Gute Seemannschaft sichert Gruppensieg bei Bol d´Or

482 Boote hatten zur 81. Bol d´Or, einem der großen Binnenklassiker am Genfer See, gemeldet, darunter auch die Crew um Steuermann Bernhard Kraus vom SC Brunnen Forggensee. Nach einem Auftakt mit leichter Brise aus Südwest verdunkelte sich der Himmel zusehends und eine Sturmfront mit Windspitzen von bis zu 60 Knoten, Starkregen und Hagel fiel über die Flotte her.

In der Folge kam es zu dramatischen Situationen auf der Regattabahn. Mehr als 40 Masten brachen, Segler gingen über Bord, mehrere Boote sanken, Favoriten mussten das Rennen beenden.

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Dank der überaus gut organisierten und koordinierten Arbeit der Rettungskräfte und der guten Seemannschaft der Seglerinnen und Segler, die Schutzhäfen aufsuchten oder das Rennen beendeten kam niemand ernsthaft zu Schaden.

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Bernhard Kraus, der mit seiner Sprinta Sport am Start war, beendete das Rennen auf Gesamtplatz 135 der 196 Boote, die das Rennen bis ins Ziel segeln konnten. In der Wertungklasse TCF4 sicherte er sich gemeinsam mit Werner und Stephanie Kraus (beide SC Brunner Forggensee) sowie Robert Stöckle (SC Marktoberdorf) den ersten Platz.

Skipper Kraus beschreibt die Situation von Eintreffen der Front: "Ohne Spi und Vorsegel sind wir dann über 1,5 Stunden mit kompletten Groß vor dem Wind abgelaufen. Dabei war es gut das die nächste Tonne in Windrichtung gelegen hat, und wir somit noch 20 Seemeilen offenes Wasser in dieser Richtung hatten. Da die Sicht nicht gerade gut war, mußten wir immer nach anderen Booten Ausschau halten um genügend Abstand zu halten. Laut GPS war unsere maximale Geschwindigkeit dann 13 Knoten. Während diesem Höllenritt haben wir Boote ohne Mast und Boote bei denen der Mast gerade umfällt gesehen. Auch Signalraketen sind ab und zu kurzfristig zu sehen gewesen."

Ein großer Erfolg dank guter Seemannschaft.

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Alle Fotos (c) Loris von Siiebenthal