Segelsport in Bayern lebt wieder auf

Die bayerischen Segler und Seglerinnen sind wieder auf dem Wasser und können ihrem Sport wieder weitgehend unbehindert nachgehen. "Der Bayerische Seglerverband war viele Wochen lang vor allem damit beschäftigt, den Vereinen Corona-Schutzregeln und Verhaltensmaßnahmen an die Hand zu geben," sagt Verbands-Vorstandssprecher Dietmar Reeh. "Jetzt sehen wir mit großer Freude, dass der Segelsport wieder Fahrt aufnimmt." Nach clubinternen Wettfahrten und traditionellen Yardstick-Regatten konnten inzwischen auch erste Klassenwettfahrten durchgeführt werden. Der Segelclub Füssen Forggensee veranstaltete sogar seine traditionelle sommerliche Jugendwoche, ein Trainingscamp für den Segelnachwuchs. Reeh: "Dass wir so schnell wieder segeln konnten ist vor allem den bayerischen Segelvereinen und ihren Mitgliedern zu verdanken. Die Vereine haben sich gegenseitig in der Umsetzung der Corona-Maßnahmen abgesprochen und unterstützt. Und die Mitglieder haben sich vorbildlich an die ungewohnten Einschränkungen gehalten."

Die bayerischen Segelvereine in der 1. Bundesliga

Der 1. Spieltag der DSBL - ursprünglich im Mai im Chiemsee Yacht Club als Austragungsort geplant, wurde wegen der Coronaregeln in Bayern zeitlich und örtlich nach Kiel verschoben.

Das junge Team von One Kiel um Skipper Magnus Simon, das sich erst im vergangenen Jahr für die erste Liga qualifiziert hat, dominierte den ersten Spieltag der Segel-Bundesliga in Kiel-Schilksee. Von 16 Rennen konnte der neue Erstligist 10 für sich entscheiden. Eine sehr anerkennenswerte Leistung.

„Dass es direkt so gut für uns läuft, damit haben wir nicht gerechnet“, freut sich Sören Brandt vom Team One Kiel.

Der Saisonauftakt der Segel-Bundesliga war die erste professionelle Segelveranstaltung seit der Coronapause in Kiel und war somit Wegbereiter für weitere Segelevents in der Saison 2020. Anke Lukosch, Projektleiterin der Segel-Bundesliga ist zufrieden: "Unser Hygienekonzept wurde von den Sportlerinnen und Sportlern vorbildlich umgesetzt. Es freut mich besonders, dass trotz der Coronaregelungen Spitzensport zu sehen war und auch das Liga-Feeling wieder voll gelebt werden konnte."

Platz 7 für das Team vom CYC
Platz 7 für das Team vom CYC

Bester Verein aus Bayern am ersten Spieltag war der CYC mit einem guten 7. Platz. Kurzzeitig hatte es noch so ausgeschaut ob das Team vom Chiemsee noch weiter nach oben klettern könnte. Mit dem 7. Platz zum Saisonstart ist die junge Mannschaft dennoch zufrieden.

Platz 10 für das Team vom BYC
Platz 10 für das Team vom BYC

Das Bundesliga-Team des Bayerischen Yachtclubs, das im vergangenen Jahr noch auf Platz 4 im Gesamtrang gelegen hatte, musste sich am ersten Spieltag mit dem 10. Rang begnügen, nur einen Punkt vor dem Damen-Team des Münchner Yachtclubs (Rang 12), der nur durch den Rücktritt der Segelkameradschaft "Das Wappen von Bremen" (SKWB) eine späte Startberechtigung in der 1. Liga bekommen hatte.

Platz 12 für das Team vom MYC
Platz 12 für das Team vom MYC

Michael Liebl, Team-Manager des MYC: "Platz 12 für unser junges MYC-Team Isabella Knaus, Carina Wehr, Karo Deichl und Valerie Knaus (59 Punkte), nur 0,2 Punkte hinter dem FSC und 1 Punkt hinter den vier Jungs vom BYC ist eine respektable Leistung".

Platz 16 für das Team vom DTYC
Platz 16 für das Team vom DTYC

Für das neu zusammengestellte Team des Deutschen Touring Yacht-Clubs (DTYC) hat es nur zum Rang 16 gereicht. Hier haben sich die durch die strengen Coronabeschränkungen fehlende Trainingstage auf dem Wasser bemerkbar gemacht. Teammanager Paddo Follmann: "Schwierigkeiten lagen insbesondere in den Startsituationen und bei engen Tonnenmanövern, bei denen die erfahreneren Teams oftmals einen etwas besseren Überblick hatten und sich besser positionieren konnten. Dennoch hat das Team in Kiel sehr viel gelernt und konnte am letzten Tag noch etwas ans Mittelfeld heranrücken".

Alle Teams aus Bayern sind sich nach dem Bundesligaauftakt in Kiel jedoch einig. Es hat richtig Spaß gemacht mal wieder zu racen.

Thomas Giebelhausen