Serie (5): Interviews mit den "Bayerischen Olympioniken"

Was machen unsere bayerischen Olympiahoffnungen? Heute in Teil 5 unserer Serie: Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger (49er), deren Kampagne auf Olympia 2024 ausgerichtet ist.

Das BSV-Nachwuchsteam Meggendorfer/ Spranger im 49er - was die Verschiebung der Olympischen Spiele für ihre 2024-Kampagne "Road to Paris" bedeutet

Jakob Meggendorfer / Andreas Spranger
(v.l.) Jakob Meggendorfer, Andreas Spranger

Zwei Tage Training haben sie noch drangehängt auf Mallorca, erst mit einer der letzten Fähren vor der Ausgangssperre sind die BYC-Segler zurück aufs Festland - Boote und Athleten sind jetzt wieder in Kiel. Jakob Meggendorfer übt sich in Geduld...

Tokyo ist jetzt erst 2021, eine "Road to Tokyo" geht sich trotzdem nicht mehr aus für euch?

Jakob: Nein, Erik und Tommy sind ja fix qualifiziert und werden jetzt nicht aufhören, auch wenn sie im Herbst nach den Spielen ihr Studium forcieren wollten. Aber wir wollten im nacholympischen Jahr Gas geben, Boden gutmachen und uns in die Weltspitze vorarbeiten, weil viele Teams da erfahrungsgemäß andere Prioritäten setzen.

Wie geht ihr mit der aktuellen Situation um?

Jakob: Andi und ich wohnen beide in Kiel, allerdings nicht zusammen, sondern in getrennten WG´s. Nebenbei studieren wir, Andi Bachelor Maschinenbau, ich Master Informatik. Mit unserem Trainer Max Groy halten wir jeden Montag eine Telefonschalte ab, Rennradfahren, Laufen, Rausgehen in 2er Gruppen ist hier ja gestattet, man sieht doch viele Leute. Aufs Wasser darf aber niemand, der Olympiastützpunkt in Schilksee ist geschlossen.

Bleibt ihr trotzdem in Kiel?

Jakob: Ja, im Sommer wollen wir hier trainieren, was wir wissen ist, dass die erste Regatta wohl die Kieler Woche im September sein wird. Mit unseren britischen Trainingspartnern ist geplant, im August gemeinsam auf dem Wasser zu trainieren.

Wie hält man als Sportler, der in der Hauptsaison keine Wettkämpfe hat, die Motivation so lange aufrecht?

Jakob: Die Pause ist eher das Problem. Wenn´s wieder losgeht, ist die Motivation schon wieder da. Aber das geht allen so, auch denen, die sich auf Olympia 2021 vorbereiten. Für uns verschiebt sich jetzt alles um ein Jahr. Wir werden erst einmal einen guten Kompromiss finden, unser Studium mit dem Training zu verbinden und natürlich weiter angreifen. Unser Ziel Paris 2024 haben wir weiter fest im Auge!

Interview: Axel Müller