Serie (3): Interviews mit den "Bayerischen Olympioniken"

Was machen unsere bayerischen Olympiahoffnungen? Heute in Teil 3 unserer Serie: Philipp Autenrieth (470er).

Die Flucht aus Mallorca - Philipp Autenrieth und Simon Diesch erwischen die Nachtfähre nach Barcelona und bringen sich und ihren 470er noch rechtzeitig heim.

Philipp Autenrieth
Philipp Autenrieth: Training zuhause...

Zuhause in Augsburg plant auch Philipp Autenrieth gerade seine Segelsaison komplett um. WM, Weltcups, Olympia-Ausscheidungen, alles verschoben innerhalb weniger Stunden, und mittendrin im organisatorischen Chaos die 470er Crew des BYC/WYC in Palma.

Wie war das auf Mallorca letzte Woche?

Philipp: Wir waren voll im Saft in unserer Vorbereitung auf die Wettkämpfe vor Palma de Mallorca. Dann einfach so wieder heimzufahren ist schon komisch gewesen. Aber vor Ort mehrten sich schnell die schlechten Nachrichten, bis sich die Lage im Stundentakt änderte. Mitten im Aufbau unseres Schiffs kam die Meldung, dass die WM und der World Cup in Genua abgesagt wurden. Fluchtartig packten wir zusammen, verließen den Bootspark und konnten noch für die Nachtfähre nach Barcelona einchecken. Mit dem Auto fuhren wir dann über alle Grenzen kurz vor der Schließung nach Freiburg an den Bodensee, wo Simon zuhause ist und ich dann weiter nach Augsburg. Viel Aufwand für eine WocheTraining, einige Teams sind z. Teil für 2 Tage um die Welt gereist! Aber auch für uns deutsche 470er ist das bitter, damit ist unsere gesamte Olympiaqualifikation abgesagt bzw verschoben!

Die hätte zu diesem Zeitpunkt Mitte März ja erst begonnen...

Philipp: Ja, 2x auf Mallorca und dann Genua. Seit 4 Jahren haben wir darauf hingearbeitet, leider sind wir DSV-Segler im 470er Männer beim Nationenplatz nur Nachrücker, falls jemand nicht antritt. Nach Tokyo wollten ja viele aufhören, aber ein Jahr Verschiebung ist etwas Anderes als noch mal 4 Jahre dranzuhängen. Aber es ist noch immer eine sportliche Quali für uns möglich, wenn wir uns den Europaplatz sichern- und die DOSB Bedingungen erfüllen.

Wie geht`s jetzt weiter mit der Quali und dem Training?

Philipp: Ich sehe wieder Licht am Ende des Tunnels! Erstmal heißt es Warten auf die Termine der Ausscheidungsregatten. Die EM ist wohl in der 2. September-, die WM in der 2. Oktoberhälfte. Wir haben den Trainingsplan vom Winter wieder aufgenommen mit Training zuhause, Radfahren, laufen. Den Container nach Japan haben wir erstmal gestoppt.

Man sieht vereinzelt Surfer auf den Seen, gibt´s da keine Ausnahmegenehmigung für euch?

Philipp: Aufs Wasser können wir nicht, weil die Vereine ihr Gelände schließen mussten. Ich arbeite jetzt die Videos und die Analysen von Regatten und Trainings durch, ich will damit auch gedanklich dranbleiben am Segeln. Simon und ich wollen unser großes Ziel Tokyo unbedingt erreichen, 2024 in Paris wird die 470er Klasse ja im Mixed gestartet.

Interview: Axel Müller