BSV-Aktuell

Thomas Loewen – Interview des neuen Landestrainers im BSV

 

(cs) Thomas Loewen, genannt Tom, hat zum 1. November die Aufgabe des Landestrainer im Bayerischen Seglerverband übernommen. Bisher war er als Leiter Standortservice/Segelbetrieb sowie als Jugend-Koordinator beim Deutschen Touring Yacht Club tätig. Er bringt langjährige Erfahrung als Kinder- und Jugend-Sporttrainer auf Vereins- und Verbandsebene und sowie als Regattasportler mit und wird dabei unterstützen, die Ziele des Verbandes bei der Förderung der Seglerinnen und Segler zu erreichen. Als Landestrainer übernimmt er die hauptamtliche Leitung des Sportbetriebes des Verbandes im Leistungs-, Breiten- und Jugendsport.

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Um ihn und seine Ziele besser kennenzulernen hat das BSV Medien Team ihm einen kurzen Fragebogen geschickt. Hier seine Antworten:

Beginnen wir mit Ihnen als Segler: Welche Boote sind Sie bisher gesegelt?
Eine breite Palette von Jollen bis zu Kielbooten. Angefangen hatte ich in einem Opti, damals noch mit einem Rigg aus Holz. Es folgten Jugendklassen wie Europe, 420er und Pirat. Abgerundet wurde das erfolgreiche Regattasegeln im „Knickspanter" durch Engagements im Kiel- und Schwertzugvogel sowie 2 Jahren im damals noch olympischen Starboot. Neue Anreize gab es im 505er. Dann der Wechsel in den FD. Einem Boot, das mich bis heute fasziniert und mit dem fast 10 Jahre auf internationalen Regattabahnen unterwegs war. Nach vielen sportlich ambitionierten Jahren wollte ich es etwas ruhiger angehen. Um-/Einstieg in die L95 und dann ins H-Boot, mit dem ich bis heute an der einen oder anderen Regatta teilnehme.

Ihr Favorit? Dickschiff oder Jolle?

Das ist egal. Jedes Boot hat seinen Reiz. Jedoch favorisiere ich Boote, die als Team gesegelt werden.

Vorschoter oder Steuermann?

Mehr Tendenz zum Steuermann.

Welcher besondere Moment an Bord bleibt für immer in Erinnerung?

Das war definitiv der verpatzte EM-Titel trotz 10 Punkte Vorsprung durch einen verlorenen Protest für einen Vorfall an der letzten Tonne. Das hat gewurmt. Die emotional berührende Siegerehrung danach ließ den Frust schnell vergessen und spornte uns als Team wieder an, es in 2 Jahren noch einmal zu versuchen.  

Was steht noch auf der seglerischen bucket-list?

Einen Titel holen. Da selbst oft knapp verfehlt, würde es mich riesig freuen, wenn die jungen Talente aus der eigenen Trainingsgruppe dies übernehmen könnten. 

Segeln; was bedeutet das für Sie? 

Seit meiner Kindheit fasziniert und begeistert mich der naturverbundene Regattasport. Es ist die Challenge, sich immer wieder aufs Neue mit den Launen der Natur arrangieren zu müssen, um das Beste aus sich selbst und dem Boot herauszuholen. Hinzu kommt das Erleben von Spannung, des Adrenalin-Kicks und der Teampower an Bord. Aber nicht nur der Sport an sich macht das Segeln so reizvoll. Bietet die Natur doch viele schöne Momente, die es zu genießen gilt. Sei es das Glitzern der Wellen im Gegenlicht der Sonne, das Panorama einer beeindruckenden Bergkulisse auf einem Alpensee oder die Kraft der Wellen und des Windes bei stürmischer See. Segeln macht süchtig und Lust auf mehr.

Das Thema Segeln und besonders nun auch die Arbeit im und für den Verband nimmt viel Zeit ein. Was machen Sie in der verbleibenden Zeit?  

Neben Sporttreiben viel Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen. Wenn’s terminlich passt, auch mal aufs eigene Boot steigen und der Konkurrenz die Zähne zeigen. Ab und zu aber auch mal nix tun, die Füße hochlegen und die Gedanken schweifen lassen...

Was sind Ihre Ziele für Ihre Arbeit im BSV?

Neugierde, Begeisterung und Leidenschaft für den Segelsport erwecken. Zum Mitmachen animieren und zu persönlichen Bestleistungen motivieren. Es ist mir wichtig, nicht nur über den Sport zu reden, sondern ihn vorzuleben. Dem Nachwuchs möchte ich die Besonderheiten und den Reiz unserer Sportart nahebringen. Im Vordergrund stehen intensives Segeln und das Erleben mit allen Sinnen. Denn wer die Natur spürt, kann ihre Sprache verstehen und ihre Zeichen richtig lesen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die großflächige Nachwuchs-Talentsuche und die frühzeitige Förderung der individuellen Stärken. Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, all unsere Anstrengungen auf die ambitionierten Sportler/*innen auszurichten, sie bestmöglich auszubilden und zu unterstützen, um mittel- und langfristig Erfolge zu generieren. Last but not least, würde ich mir wünschen, dass wir als Team konstruktiv zusammenarbeiten. Dabei sollten wir eine offene Kommunikation pflegen, transparente Entscheidungen treffen und respektvoll miteinander umgehen.

Das Team Medien bedankt sich für den Einblick und wünscht „Mast und Schotbruch“. 

(Foto: Tom Loewen)