Kadersegler "Down Under"

Der mehrfache Weltmeister Mathew Belcher (AUS) hatte das süddeutsche 470er-Team Simon Diesch (WYC) und Philipp Autenrieth (BYC) sowie die beiden Berlinerinnen Loewe/Markfort bereits bei der WM im August in seine Heimat Australien eingeladen.

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"'Mat' hat uns und den Mädels die 470er zur Verfügung gestellt. Mast und Segel hatten wir schon im Oktober in Japan in den australischen Container verladen. Schwert und Ruder haben wir im Flieger von zuhause mitgenommen. Ein (weltum-)spannendes Vorhaben – aber es hat geklappt.

Angekommen sind wir in Brisbane (an der Ostküste der „Insel“) und waren die ersten zehn Tage in Gold Coast, im 470er-Stützpunkt vom Austrailian Sailing Team. Anschließend sind wir mit Mietwagen und Anhänger nach Sydney gefahren (950 km). Fünf Tage Training und vier Tage Regatta bei der Sail Sydney standen dort auf dem Programm. Jetzt sind wir in Melbourne, das ist nochmal 880 km weiter südlich. Wiederum drei Trainingstage und nun vier Tage lang die Sail Melbourne. Wir wohnen gemeinsam in kleinen Häusern, an die wir sehr einfach über Air bnb gekommen sind.

Sail Sydney

ger11 sydney dez18Die Sail Sydney war für uns eine reine Trainingsregatta. Am Start waren zwar „nur“ zwölf Boote, aber dafür sechs aus den Top-20 der Welt (AUS, GER, ESP, JPN, SUI) – d.h. beste Möglichkeiten, sich zu vergleichen und vor allem auch etwas abzuschauen und zu lernen. Das Endergebnis war daher für uns nicht wichtig. Wir konnten an unseren Aufgaben – kreuztaktische Entscheidungen und athletischeres Bootshandling – arbeiten. Das zählt im Moment.

Es war natürlich ein unglaubliches Erlebnis, vor der Harbour Bridge und der weltbekannten Oper zu segeln. Hunderte von Booten fahren hier im Regattakurs herum und erschweren das ganze Spiel noch etwas. Fähren schießen mit 25 Knoten Speed ohne Rücksicht an einem vorbei, Wellen kommen aus allen Richtungen, der Wind weht zwischen 5 und 25 Knoten.

Einfach unvergesslich! Danke an alle, die uns das ermöglichen!

Sail Melbourne

In Melbourne ist das Ganze weniger spektakulär und hat mehr den Charakter einer normalen Regatta. Aber auch hier sind nur ein paar 470er am Start, insgesamt ein Dutzend Damen- und Herren-Teams. Die Australier bringen nur zwei Teams an den Start, dafür ist die internationale Karawane ein Stück weiter gezogen. Aus seglerischer Sicht herrscht also weniger Trubel, auch haben wir hier perfekte Thermik- und Trainingsbedingungen. Es macht riesig Spaß, mit dieser Internationalen Gruppe zu üben. Besser gehts nicht!
Die Regatta läuft noch bis Sonntag. Am Montag werden wir beide die Boote und den Mietwagen zurück nach Sydney bringen. Am Mittwoch geht es an den Heimflug.

Australien ist mehr

Australien ist natürlich mehr als Wind und Wasser. Alles ist hier sehr weitläufig, sehr großzügig. Die Menschen sind sehr freundlich, aber auch extrem korrekt. Wir wussten nicht, dass es noch korrektere Menschen als uns Deutsche gibt!

Das Fazit ist kurz und bündig: Ein paar warme Wochen mit intensiven Trainingsmöglichkeiten mit den besten 470er-Teams der Welt sind besser als ab und zu in europäischen Gewässern zu frieren. Die Segelstunden zählen. Von daher bedanken wir uns bei allen, die uns diese Chance ermöglicht haben!"

Wir wünschen nun allen unseren Partnern, Sponsoren und Förderern
von Herzen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Viele Grüße, Simon und Philipp