Tipps für das Winterlager

Richtig aufgebockt: Wer plant, das Schiff aus dem Wasser zu nehmen, aber statt einer geschützten Winterhalle den günstigeren Bock im Außenlager auserkoren hat, liegt im Herbst und Winter nicht gefahrenfrei vor Wind und Wetter. (sail24.com)

Im Gegenteil: Da sich die Yacht im Sturm so nicht wiegen kann, sondern sich ihm starr aufgebockt entgegenstellt, zerrt er in besonderem Maße an Rigg und Rumpf. Folgende Präventions-Maßnahmen helfen hier, Schäden zu vermeiden, bevor sie entstehen.

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1. Die richtige Platzwahl

Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte sich seinen Liegeplatz im Außenlager selbst wählen. Orkantief ‚Christian‘ hat gezeigt: Stellplätze direkt an hohen Hallenwänden sind relativ sicher – durch den jeweiligen Lee- oder Luvstau, der bei Wind an ihnen entsteht. Dicht beieinander gestellte Yachten auf ‚freiem Feld‘ fielen hingegen vielerorten nach bekanntem Domino-Effekt um. Nicht allein der Wind entscheidet dann über die Sicherheit, sondern auch die Sorgfalt des Nachbarn. Hat er seinen Bock zu klein gewählt, kippt er eher und reißt Nachbarboote meist mit ins waagerechte Elend.

2. Der richtige Lagerbock

Wesentliche Ursache für frühzeitiges Kippen bei brachialem Seitenwind sind zu unterdimensioniert gewählte Böcke. Wind- und Bootslasten, die auf einen Bock einwirken, lassen sich von Werften auf Normalverhältnisse berechnen, sodass man Sicherheitsreserven einplanen kann. Ein sicherer Lagerbock sollte mindestens 75 besser 80 Prozent der maximalen Schiffsbreite aufweisen, um auch bei stärkeren Seitenwinden standhaft zu bleiben. Straßentrailer sind, wie der Name schon sagt, für die Straße und wegen ihrer geringen Breite von maximal 2,55 m bei besonders hohem Schwerpunkt für ein Winterlager in Reihe draußen ungeeignet.

3. Richtig stabilisiert?

Auch Lagerböcke lassen sich zusätzlich stabilisieren: durch Pallhölzer, die angewinkelt im 45 Gradwinkel, die Auflage vergrößern und damit die Gefahr zu kippen verkleinern. Ob auf Rasen, Schotter oder Teer – situatives Handeln zum Arretieren der Hölzer ist gefragt. Mitunter können bei kleineren Yachten auch luvseitig eingepflockte Leinen helfen.

4. Richtig – wenig Fläche auch an Land

Abdeckplanen sollten bei heranziehenden Stürmen entfernt – und gegen starke Winde zumindest gut abgesichert werden: Am besten sitzen Planen flush an Deck, wo sie durch die Süll-Lochleiste stramm fixiert werden. Sie an der Reling zu fixieren, ist keine gute Idee, will man auch im nächsten Jahr mit Seezaun segeln. Überlappende Planen straff nach unten zum Rasen ziehen. Beschwerende Beton-Eimer, die zusätzlich in Ösen der Plane eingehängt werden, pendeln im Wind und verringern ruckartiges Ziehen an der Plane.

5. Richtig – ohne Rigg

Vielerorten sieht man Yachten im Außenlager auch geriggt stehen. Macht man aus Bequemlichkeit, aber natürlich setzt das den Schwerpunkt nach oben. Hinzu kommt, dass der Wind in das Rigg einweht, ohne dass die Yacht diese Kräfte – anders als im Wasser, wo das Schiff schwoien kann – auffangen kann. Die Kräfte, die dadurch auf die Püttinge, Salingsaufnahmen, Stagen, Wanten und letztlich auch auf die Auflagepunkte am Rumpf wirken, sind so ungleich größer und direkter. Materialschonend ist das nicht. (sail24.com)